Home
http://www.faz.net/-gpg-75tc9
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Länderfinanzausgleich Solange andere die Kosten tragen

 ·  Es gibt deutsche Länder, die wollen lieber sexy sein als reich. Und solche, die reich(er) sind, aber nicht blöd.

Artikel Lesermeinungen (26)

Der Sand im Getriebe des Flughafenbaus zu Berlin ist Wasser auf die Wahlkampfmühlen der CSU: Man spart sich doch nicht in Bayern die Weißwürste vom Munde ab, damit der Wowereit das schöne weißblaue Steuergeld für Partys und Pfusch verpulvern kann! Dann wäre die bayerische Hauptregierungspartei ja blöd, was sie nach Darstellung ihres Vorsitzenden Seehofer nicht ist. Deshalb wird München jetzt wie angekündigt gegen den Länderfinanzausgleich klagen, der sich freilich nicht an den Ausgaben der Länder orientiert, sondern an deren Steuereinnahmen.

Gleichwohl fragt sich der bayerische, hessische und sicherlich ganz besonders der schwäbische Steuerzahler, wie zum Beispiel Berlin die Dauersubvention genutzt hat, um dereinst selbst zu einem wohlhabenden Geberland zu werden: Seit der Wiedervereinigung sind allein über den Finanzausgleich 45 Milliarden Euro in die Hauptstadt geflossen. Warum aber sich abstrampeln, wenn die Knete auch so kommt? Es soll sogar Länder geben, die es sexy finden, arm wie eine Discomaus zu sein - solange andere die Kosten dafür tragen.

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen

Jahrgang 1961, Herausgeber.

Jüngste Beiträge