Klage gegen Sanktionen : Wieder einmal ins Feindesland reisen

Dmitrij Kisseljow, der Chefpropagandist des russischen Präsidenten reist gerne nach Westeuropa. Wegen der Sanktionen kann er das nicht mehr. Nun hat er Klage vor dem Europäischen Gerichtshof eingereicht.
Der Fernsehmoderator Dmitrij Kisseljow ist eines der bekanntesten Gesichter Russlands. Sonntagabends um acht stellt er den Zuschauern des Staatssenders „Rossija 1“ die Ereignisse der Woche vor. Dabei präsentiert er die Weltsicht des Kremls in oft derben Worten. Entscheidungen, die er für kritikwürdig hält, vergleicht er gern mit der Politik Adolf Hitlers. Kisseljow fordert, Homosexuelle von Organspenden auszuschließen und ihre Herzen zu verbrennen. Als im Februar der russische Oppositionelle Boris Nemzow erschossen wurde, reagierte der Moderator mit einem für ihn typischen Reflex: Er beschuldigte den Westen, den Putin-Kritiker ermordet zu haben, um Russlands Ansehen zu beschmutzen. „Als lebenden Oppositionellen hat der Westen Nemzow nicht mehr gebraucht, aber als Toter ist er umso interessanter.“





