Ägypten :
Blutiges Jubiläum

Günther Nonnenmacher
Ein Kommentar von Günther Nonnenmacher
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Der Jahrestag der Revolution zeigt, welch schwieriger Weg noch vor der Arabellion liegt. In Berlin sollte man Mursi beim Wort nehmen, wenn er von einem „zivilen Staat“ als Demokratie spricht.

Etwas mehr als zwei Wochen hatte es gedauert, bis der langjährige Präsident Mubarak - ein Autokrat wie die meisten arabischen Regierenden - vor zwei Jahren die Macht abgeben musste. Seither befindet sich Ägypten in einem Zustand des Aufruhrs. Das ist nicht verwunderlich angesichts der Gegensätze und Energien, die da aufeinanderprallen: Stadt und Land, Alt und Jung, Religiöse gegen Säkulare. Zuerst schien es so, als ob das Militär, ursprünglich die wichtigste Stütze des Mubarak-Regimes, die Macht werde bewahren können, weil die Generäle sich rechtzeitig auf die Seite der Revolutionäre schlugen und Reformen versprachen. Dann kam bei den Wahlen die Stunde der am besten organisierten Oppositionskraft, der Muslimbrüder. Doch die versäumten es, einen Kompromiss mit den säkularen Kräften zu suchen. Vor allem aber gelang es ihnen bisher nicht, die Wirtschaft in Schwung zu bringen und die Forderungen nach sozialen Reformen zu erfüllen. Der Jahrestag der Revolution vom Tahrir-Platz zeigt, welch schwieriger Weg noch vor der Arabellion liegt: es war ein blutbeflecktes Jubiläum.

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