„Wayback Machine“ : Netz-Gedächtnis der Menschheit lagert in einer Kirche

Die Organisation „Internet Archive“ will das ganze Internet archivieren. Geht das? Wer profitiert von der Sammlung? Und wer kann die rasant wachsende digitale Bibliothek auf Dauer führen?
Das Gedächtnis des Internets hat einen Ort: In einer unscheinbaren Nebenstraße in San Francisco, zwischen Zypressen und Einfamilienhäusern, steht ein weißgetünchter Monumentalbau im neoklassischen Stil, mit Säulen und Bögen. Hier, in einer ehemaligen Kirche, residiert das Internet Archive. Das Gros der Besucher steuert nicht die physische Adresse in der Funston Avenue an, sondern die Internetadresse www.archive.org. Die Non-Profit-Organisation wurde 1996 von dem Informatiker Brewster Kahle gegründet und versteht sich als digitale Bibliothek. „Universaler Zugang zum Wissen“ lautet ihr Leitsatz. Die „Wayback Machine“ ist das Herzstück dieses Projekts, ein Roboter, der unermüdlich das Netz nach Seiten durchpflügt. 435 Milliarden Websites wurden über die Jahre gespeichert. Und täglich werden es mehr. Jeder kann per Mausklick eine neue Quelle hinzufügen. So wie Staatsarchive alte Bücher sammeln, kollektioniert das Internet Archive alte Websites.





