Bücher-Podcast :
Wer Asyl will, muss Recht brechen: Judith Kohlenberger über unseren Umgang mit Flüchtlingen

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Judith Kohlenberger
Christian Lendl

Mehr Verantwortung wagen: Die Migrationsforscherin Judith Kohlenberger erläutert, mit welchen Paradoxien sich vertriebene Menschen konfrontiert sehen. Und sie zeigt, dass wir oft ein verzerrtes Bild von Schutzsuchenden haben.

Als im März 2022 ukrainische SUVs in der Wiener Innenstadt auftauchten, habe das auf die lokale Bevölkerung „maximal irritierend“ gewirkt. Denn Kriegsvertriebene seien in unserer Vorstellung fast zwingend arm und ungebildet. Das schreibt die Kulturwissenschaftlerin und Migrationsforscherin Judith Kohlenberger in ihrem Buch „Das Fluchtparadox“. Tatsächlich und im Gegensatz zu gängigen Vorurteilen, so ergänzt sie, nehmen vor allem finanziell gut ausgestattete Menschen enorme Strapazen auf sich, um in einem sicheren Land um Asyl zu bitten. Mobilität ist teuer, zumal dort, wo keine legalen Migrationswege existieren. So zählt Subsahara-Afrika zu den emigrationsschwächsten Regionen überhaupt.

Wer aus seinem Herkunftsland flieht und in Europa einen sicheren Hafen sucht, wird sich gleichwohl mit einigen Widersprüchen abfinden müssen. Das Recht auf Asyl steht nämlich erst jenen zur Verfügung, die vorher Recht brechen, indem sie illegal Grenzen passieren. Sodann wird von diesen Menschen erwartet, zu gleichen Teilen bedürftig und leistungsbereit zu sein. Und schließlich führt eine gelungene Integration nicht selten zu Konflikten. Judith Kohlenberger geht im Podcast detailliert auf solche Probleme ein und erläutert, wie man Abhilfe schaffen könnte.

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Judith Kohlenbergers Buch „Das Fluchtparadox“ ist bei Kremayr & Scheriau erschienen, hat 240 Seiten und kostet 24 Euro.

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