Glosse Wirtschaft : Fuß in der Tür
Air France-KLM rüstet sich mit einem Großauftrag für 110 Langstreckenmaschinen für die Zukunft. So gut wie diese Botschaft klingt, so differenziert muss der Hintergrund betrachtet werden. Wer heute bei den ausgebuchten Duopolisten ...
Air France-KLM rüstet sich mit einem Großauftrag für 110 Langstreckenmaschinen für die Zukunft. So gut wie diese Botschaft klingt, so differenziert muss der Hintergrund betrachtet werden. Wer heute bei den ausgebuchten Duopolisten Airbus und Boeing einen Fuß in die Tür bekommen will, darf nicht lange zögern. Trotz seiner finanziell angeschlagenen Lage hat Air France-KLM daher den größten Auftrag seiner Geschichte abgegeben, gleichzeitig aber die Auslieferungstermine weit in die Zukunft gestreckt. Die Fluggesellschaft muss also erst in einigen Jahren tief in die Tasche greifen, wenn - wie in der Branche üblich - der Großteil der Bezahlung fällig wird. Zudem besteht der Auftrag auch aus vielen Optionen, und obendrein werden die neuen Maschinen den Spritverbrauch senken. Insofern ist die Entscheidung, die Bestellung nach zwei Jahren Prüfung nicht länger aufzuschieben, zweifellos richtig. Die gleichmäßige Aufteilung des Auftrags auf Boeing und Airbus könnte indes auch auf politischen Druck in Frankreich zurückgehen. Bisher hatten die Amerikaner bei den Langstreckenflugzeugen von Air France-KLM die Nase vorne. Künftig muss sich Boeing diese Rolle mit Airbus teilen.





