Auf einer Stufe mit Nykänen
Als Gregor Schlierenzauer den Rekord des Finnen Matti Nykänen egalisiert hatte, war der Skispringer aus Tirol zunächst sprachlos.
Als Gregor Schlierenzauer den Rekord des Finnen Matti Nykänen egalisiert hatte, war der Skispringer aus Tirol zunächst sprachlos. Erst später fand er für seine Leistung passende Worte: „Das ist ein gewaltiges Gefühl, ein besonderer Tag“, sagte der Vierschanzentourneegewinner nach seinem 46. Weltcup-Sieg beim Skifliegen in Vikersund. Schlierenzauer war auf 216,5 und 240 Meter gesegelt und hatte mit einem halben Punkt Vorsprung vor Simon Ammann (Schweiz) gewonnen. „Es macht mich sehr stolz. Es gibt sehr viele Personen, die mit mir arbeiten, ohne die das nicht möglich wäre. Und es gehört auch immer eine Riesenportion Glück dazu, um ganz oben zu stehen“, sagte er. Seinen nächsten Coup hat der erst 23 Jahre alte Athlet schon in Planung: „Jetzt ist mein Ziel der 47. Erfolg. Alleiniger Rekordhalter zu sein ist das Größte, was man in einer Sportart erreichen kann.“ Am Sonntag musste sich der Tiroler allerdings mit Platz drei begnügen - hinter dem slowenischen Sieger Robert Kranjec und Michael Neumayer, der mit 231 Metern deutschen Rekord sprang. Der aus Österreich stammende Bundestrainer Werner Schuster, der Schlierenzauer als Teenager entdeckte, hält den Überflieger schon jetzt für den denkbar besten Botschafter seiner Zunft - auch wenn Nykänen ihm noch etwa einen Einzel-Olympiasieg voraus hat. „Nykänen hatte diese Genialität nur auf der Schanze und war etwas verloren im Leben. Da hat Gregor ganz andere Optionen. Ich finde es phantastisch, was er macht“, lobte Schuster den neunmaligen Weltmeister. Während Nykänen viele Jahre lang der Alkoholsucht verfallen war und sogar einige Zeit im Gefängnis saß, ist Schlierenzauer abseits der Schanzen bis heute stets auf dem Boden geblieben. „Bei ihm passt alles, vom Elternhaus und dem Umfeld angefangen über die körperliche Statur bis zur Einstellung. Gregor ist der beste Springer. Wie er auftritt und alle Situationen löst, wie er akribisch nach Weiterentwicklungen sucht, das ist schon einzigartig. Vor ihm muss man Respekt haben“, würdigte Schuster seinen als Jahrhunderttalent geltenden Landsmann. (re.)





