Science Po : Selbstbedienung in der Netzwerkokratie

Der französische Rechnungshof hat sich die Elitehochschule Sciences Po angeschaut. Die Kaderschmiede steht vor einem Skandal, der vor sich vor allem um den früheren Direktor Richard Descoings dreht.
Zu seinen Lebzeiten war Richard Descoings eine Legende. Fast acht Monate nach seinem mysteriösen Tod in einem New Yorker Hotelzimmer (er war 53 Jahre alt, und die Autopsie ergab als Todesursache einen Herzinfarkt, aber sein Handy und sein Laptop fanden sich auf einem Balkon des dritten Stocks, wahrscheinlich weil sie aus dem Fenster seines Zimmers geworfen worden waren) füllt der ehemalige Leiter des Pariser Instituts für politische Studien (Sciences Po) weiterhin die Zeitungen. Diesmal jedoch in den Spalten der Gerichtsberichterstattung: In einem Abschlussbericht, der nach einer mehr als einjährigen Untersuchung am 22. November veröffentlicht wurde, geht der Rechnungshof scharf mit dem Finanzgebaren der Hochschule unter seiner Leitung von 2005 bis 2010 ins Gericht. Er rät sogar zu strafrechtlichen Maßnahmen, da er die in Descoings’ Amtszeit festzustellenden Mängel für so gravierend hält.



