Die neuen Jobs in der Musikindustrie : Jetzt kommen wir

Diese Geschichte handelt von der Götterdämmerung und von einer unglaublichen Daft-Punk-Coverversion. Von Hip-Hop morgens um fünf, einem Soundtrack fürs Rheinland und der Marketing-Lady von David Bowie. Diese Geschichten handeln von den neuen Jobs in der Musikindustrie.
Was macht ein 19-Jähriger, wenn er ein Wochenende sturmfrei hat? Freunde einladen und eine Party feiern? Der Engländer George Barnett entscheidet sich Ende April lieber dafür, im Haus einen Song aufzunehmen, der anschließend bei Youtube 6,8 Millionen mal angeschaut wird. Es ist ein Cover des Sommerhits „Get Lucky“ von Daft Punk und Pharrell Williams. Barnett macht alles selbst: Er spielt alle Instrumente inklusive Schlagzeug, singt Text und Chor, selbst die Percussions bedient er. Dabei flitzt er durch die Wohnung, von einem Raum zum nächsten. Viele der über 7.000 Youtube-Kommentatoren schreiben, sein Cover sei besser als das Original. „Drums, Bass und Gitarre in meinem Schlafzimmer, Vocals und Keyboard im Wohnzimmer“, erklärt Barnett lapidar. „Meine Mum war ausgegangen. Am Samstagabend war ich fertig. Hat Spaß gemacht.“ Das „Get Lucky“-Cover bringt den Durchbruch. Plötzlich wird er eingeladen, internationale Gigs zu spielen, unter anderem in Kroatien und Chile. Aber was ihm viel wichtiger ist: Auch seine selbst geschriebenen und selbst komponierten Songs hören sich jetzt viel mehr Menschen an. Denn der Künstler George Barnett hat bereits vor dem Cover zwei Alben veröffentlicht. Mit seiner Band tourt er regelmäßig durch kleine englische Clubs. Seine Songs sind eine Mischung aus Folk und Pop, fröhlichen Singer-Songwriter-Stücken wie melancholischen Piano-Nummern. „Wenn wir jetzt auf Konzerten spielen“, sagt er, „sehe ich viele Zuschauer meine Texte mitsingen.“





