Säuglingsernährung : Stillen gegen alle Widerstände

Muttermilchforscher plädieren ohne Wenn und Aber für das Stillen - sogar, wenn die Mutter Arzneimittel nimmt. Frühgeborene profitieren besonders, ergaben neue Studien.
Im Streit um die beste Kinderbetreuung nach der Geburt werden derzeit die Fakten oft der Weltanschauung geopfert. Zu den gängigen und wenig hinterfragten Begründungen für eine längere berufliche Auszeit zählt nicht zuletzt das Stillen, das von der Weltgesundheitsorganisation WHO immer noch für sechs Monate empfohlen wird. Hierzulande sehen sich Mütter oft vor eine Entweder-stillen-oder-arbeiten-Entscheidung gestellt und kapitulieren früh. Dass man das Stillen jedoch nicht gegen den Beruf ausspielen muss, zeigen die eindrucksvollen Zahlen, die Peter Hartmann, der Doyen der australischen Muttermilchforschung, unlängst auf einem Symposion in Wien präsentieren konnte. Zum siebten Mal traf sich dort auf Einladung von Medela, einem Hersteller von Milchpumpen und Still-Zubehör, die noch immer exklusiv kleine Gruppe von Laktationsforschern. Es verwundert nicht, dass die meisten Vertreter aus Australien kamen, denn Hartmann hat an der University of Western Australia in Crawley eines der weltweit führenden Zentren rund um das Thema Muttermilch und Laktation aufgebaut.





