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Energiekrise : Yellen wirbt auf Bali für Ölpreisdeckel

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US-Finanzministerin Janet Yellen während einer Pressekonferenz m Donnerstag auf Bali Bild: AFP

Die G-20-Staaten treffen sich in Indonesien. Die amerikanische Finanzministerin will ihre Amtskollegen von einer Preisobergrenze für russisches Öl überzeugen. Machen Indien und China da mit?

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          US-Finanzministerin Janet Yellen will sich beim anstehenden G-20-Treffen auf Bali für eine Preis-Obergrenze auf russisches Öl einsetzen. Damit könnten potenziell die Energiepreise gedrückt und der Markt stabilisiert werden, sagte Yellen am Donnerstag. Sie warnte vor steigenden Ölpreisen. Fraglich ist aber, ob andere Länder bei einem Preisdeckel für russisches Öl mitziehen. Yellen sagte, China und Indien würden hoffentlich sehen, dass dies in ihrem eigenen Interesse sei. „Russland würde es eine Möglichkeit geben, weiter Öl zu exportieren.“ Gleichzeitig könnten aber größere Preissprünge vermieden werden.

          US-Regierungsvertreter hatten zuletzt vor einem Ölpreis von rund 140 Dollar pro Fass gewarnt, der ihrer Ansicht nach drohen könnte. Derzeit sind es rund 100 Dollar. US-Vorstellungen zufolge sollen Finanzdienstleistungen, Versicherungen und der Transport von Öl-Ladungen zusammengefasst werden. Ein Cargo-Unternehmen oder Importeur soll diese Dienstleistungen dann nur bekommen, wenn sie sich an eine Obergrenze für russisches Öl halten. Diese soll zu einem späteren Zeitpunkt festgelegt werden – auf einem Niveau, das Russland noch einen Anreiz für Exporte bietet, aber auch nicht zu hoch, um den Krieg in der Ukraine zu finanzieren. US-Regierungsvertreten zufolge könnten es in etwa 40 bis 60 Dollar pro Fass werden.

          Indien und Indonesien pochen auf Hilfe im Kampf gegen den Klimawandel

          Die Finanzminister und Notenbankchefs der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) beraten am Freitag und Samstag auf Bali. Große Beschlüsse werden aber nicht erwartet, weil sich der Westen und Russland gegenseitig blockieren. Yellen sagte, der Angriff auf die Ukraine sorge rund um den Globus für negative Auswirkungen, etwa auf die Energiepreise und die Lebensmittelsicherheit. Sie werde die russische Invasion so scharf wie möglich verurteilen.

          Indien und der G-20-Gastgeber Indonesien forderten unterdessen mehr Hilfen für den Klimaschutz. Beide Länder betonten, der Umbau dürfe nicht zu noch höheren Kosten für die Bürger führen. Die steigenden Zinsen machten es für Schwellenländer noch schwieriger, Gelder in Klimaschutz zu stecken. Die Industrieländer haben ärmeren Staaten eigentlich zugesagt, von 2020 an 100 Milliarden Dollar pro Jahr zu mobilisieren, damit diese den Klimawandel bekämpfen können. Bislang wurde das Ziel aber nicht erreicht. Nun soll es ab 2023 erfüllt werden.

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