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Protektionismus : Australiens Notenbankgouverneur warnt vor Eskalation

Australiens Notenbankgouverneur Philip Lowe macht sich Sorgen, Bild: Picture-Alliance

Australiens Notenbankgouverneur Philip Lowe schlägt Alarm. Die geplanten amerikanischen Strafzölle und mögliche Gegenmaßnahmen bereiten ihm Sorgen. Jetzt tritt noch Trumps Wirtschaftsberater Gary Cohn zurück.

          Rund um die Welt wächst der Widerstand gegen die geplanten Zölle des amerikanischen Präsidenten Donald Trump. Am Mittwochmorgen sagt der australische Notenbankgouverneur Philip Lowe, sie seien „sehr bedauerlich und ein Zeichen schlechter Politik“. Die Kurse an den Börsen in Asien gaben am Morgen deutlich nach; sie waren in Amerika schon in der Nacht gefallen, nachdem Trumps Wirtschaftsberater Gary Cohn aus Protest gegen die Straf-Zölle zurückgetreten ist. „Das ganz könnte schlimmer werden, wenn es sich hochschaukelt und zu Vergeltungsmaßnahmen führt“, warnte Lowe auf dem Wirtschaftsgipfel des Australian Financial Review.

          Christoph Hein

          Wirtschaftskorrespondent für Südasien/Pazifik mit Sitz in Singapur.

          Schon am vergangenen Freitag hatte die Handelskommissarin der Europäischen Union, Cecilia Malmström, auf dem Gipfel der südostasiatischen Wirtschaftsminister Strafzölle der EU ins Spiel gebracht. Inzwischen ist die Rede von Zöllen etwa auf Whiskey oder Harley Davidson Motorräder. Lowe indes mahnte zur Ruhe: „Das Beste ist es, sich still zu verhalten und lediglich weiter für Freihandel zu werben.“

          „Kein Gewinner“

          Einen Tag bevor das Freihandelsabkommen TPP der Pazifikanrainer in Chile unter Federführung von Japan, Australien und Singapur unterzeichnet werden wird, aus dem Trump Amerika zurückzog, warnte der australische Ministerpräsident Malcolm Turnbull in Sydney vor den Folgen der amerikanischen Politik: „Die Geschichte lehrt uns, dass es in einem Handelskrieg keine Gewinner geben wird.“

          Die Zukunft liege in offenen Märkten. „Man muss als Politiker Reformen umsetzen, wenn man die eigene Volkswirtschaft stärken will“, sagte Turnbull. Zugleich hofft er darauf, dass Trump die australischen Stahlhersteller von den drohenden Zöllen ausschließen werde – Trump und Turnbull hatten darüber am Rande des G-20-Gipfels in Hamburg im vergangenen Jahr gesprochen.

          Die Märkte in Asien reagierten am Mittwochmorgen auf Cohns Abgang und die wachsende Sorge vor Vergeltungsmaßnahmen. Am Morgen verlor der Topix in Japan ein halbes Prozent, der Nikkei 225 fiel um 0,7 Prozent. In Sydney gab der S&P/ASX 200 zunächst 0,8 Prozent nach. Gegen Mittag erholten sich die Kurse dann leicht, in Hongkong, Schanghai und Seoul drehten sie ins Plus. Hier dürfte die Annäherung in Korea genauso eine Rolle spielen wie der Parteikongress in Peking. 

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