Kriminalität : Mike Lynch wird nun ausgeliefert

Die britische Innenministerin Priti Patel hat dem US-Gesuch stattgegeben. Nun muss sich der britische Tech-Milliardär vor Richtern in den USA verantworten.
Der britische Tech-Unternehmer Mike Lynch wird in die USA ausgeliefert, wo ihn ein Betrugsprozess um eine Milliardenübernahme erwartet. Innenministerin Priti Patel hat dem amerikanischen Gesuch stattgegeben. Kurz zuvor, am Freitag, hatte Lynch am High Court in London in einem von Hewlett Packard (HP) angestrengten Zivilprozess eine Niederlage erlitten. Der 56-jährige Tech-Milliardär, ehedem gefeierter Gründer des Softwareunternehmens Autonomy , hatte dieses 2011 für elf Milliarden Dollar an HP verkauft. Schon im Folgejahr musste HP mit mehr als acht Milliarden Dollar einen Großteil des Kaufpreises abschreiben. Das Debakel hatte das amerikanische Unternehmen gründlich erschüttert und zum Stühlerücken im Vorstand geführt. Die Firma forderte von Lynch und seinem früheren Finanzvorstand Soshovan Hussain in einem Zivilprozess fünf Milliarden Dollar Kompensation. Der amerikanische Computerkonzern beschuldigt Lynch, die Bilanz, Einnahmen und Aussichten von Autonomy betrügerisch aufgebläht zu haben. Der Londoner High Court entschied nun, die Klage von HP sei weitgehend berechtigt. Lynch weist weiterhin alle Vorwürfe zurück. Der frühere Autonomy-Finanzvorstand Hussain wurde im Jahr 2018 in den USA schon wegen Betrugs zu fünf Jahren Haft verurteilt. Für Lynch ist es ein tiefer Fall. Der Tech-Unternehmer war im Lauf seiner Karriere mit Ehrungen überhäuft worden. Der Cambridge-Absolvent hatte Autonomy im Jahr 1996 gegründet. In den vergangenen Jahren war er Frühinvestor beim erfolgreichen Cybersecurity-Unternehmen Darktrace . Auch dort hat er sich mittlerweile aus dem Vorstand zurückgezogen.





