Kommentar : Schmerzhafter Weg zu mehr Wachstum

In Südeuropa kippt die Stimmung: Immer lauter werden die Warnungen vor dem vermeintlichen „Kaputtsparen“. Doch wenn die Spar- und Reformbemühungen erlahmen, kann die Krise schlagartig eskalieren.
Was Europa derzeit erlebt, ist keine Konjunktur-, sondern eine Strukturkrise, die im Zeitraffer zuschlägt. Die Rezessionen in Südeuropa sind die Folge einer viel zu späten Reaktion auf Fehlentwicklungen. Viele Jahre haben die Peripherieländer die niedrigen Zinsen genossen und über ihre Verhältnisse gelebt. Sie haben sich Lohnerhöhungen weit oberhalb des Produktivitätsanstiegs gegönnt und unverhältnismäßige Sozialleistungen, bis die globale Finanz- und Wirtschaftskrise ihre mangelnde Wettbewerbsfähigkeit schonungslos offengelegt hat. Unter dem Damoklesschwert der Staatspleite haben sie begonnen, Ausgaben zu kürzen und Einnahmen zu erhöhen. Weil gleichzeitig die Wirtschaft schrumpft, wird der Defizitabbau zur Qual.






