https://www.faz.net/-gqe-9ieix

Industrie-Kommentar : Chemie im Sturm

  • -Aktualisiert am

Das BASF-Werk in Ludwigshafen Bild: AP

Die drittgrößte Industriebranche Deutschlands braucht neue Antworten auf drastische Umbrüche. Staatskonzerne aus dem Nahen und dem Fernen Osten drängen nach Europa. Halten Bayer und BASF dem Druck Stand?

          3 Min.

          Die in Deutschland produzierenden Chemie- und Pharmaunternehmen haben auch 2018 wieder den Titel des Exportweltmeisters geholt. Weder die vom billigen Schiefergas beflügelte Konkurrenz aus Amerika noch die wachstumshungrigen Wettbewerber aus China führten mehr Chemikalien aus. Doch nun zieht Sturm auf. Der drittgrößten deutschen Industriebranche steht nicht nur ein mühsameres Tagesgeschäft ins Haus, sie muss auch Antworten finden auf strukturelle Umbrüche: Staatskonzerne aus China und dem Persischen Golf drängen nach Europa, zugleich stehen Kunststoffe und Unkrautvernichter, zwei wichtige Umsatzbringer, unter verschärfter Beobachtung von Öffentlichkeit und Politik.

          Tatsächlich hat sich die „deutsche Großchemie“ in den vergangenen Jahren abermals mit Erfolg gehäutet. BASF verteidigte den Platz als größter Chemiekonzern der Welt, Bayer übergab mit Covestro und Lanxess zwei Tochtergesellschaften an die Börse. Auch das ehemalige Chemiegeschäft der Ruhrkohle hat als Evonik seinen Platz am Kapitalmarkt gefunden. Fast alle investierten viel in Zukäufe, allen voran Bayer mit der umstrittenen Mega-Übernahme von Monsanto. Die Branche steht zu Beginn des neuen Jahres operativ vermutlich so gut da wie noch nie, darüber sollten auch die großen Prozessrisiken, die sich Bayer mit Monsanto eingekauft hat, nicht hinwegtäuschen.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

          FAZ.NET komplett

          : Neu

          F.A.Z. Woche digital

          F.A.Z. digital – Jubiläumsangebot

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Coronavirus in Deutschland : Kampf gegen einen unsichtbaren Gegner

          Wie bedrohlich ist die Situation rund um das Coronavirus in Deutschland? Nach neuen Fällen überarbeiten die Behörden nun ihre Notfallpläne. Und eine Ärztin kritisiert das Gesundheitsamt.
          Nach den Attentaten von Hanau: Demonstranten zeigen ihren Zorn auf die AfD.

          Gastbeitrag von Boris Palmer : Der AfD nicht voreilig Mitschuld für Hanau geben

          Die Behauptung, die AfD trage eine Mitschuld an den Morden von Hanau, weil sie ein geistiges Klima geschaffen habe, das solche Taten erst ermögliche, war zumindest vorschnell. Wer nun eine Stigmatisierung der AfD-Wähler propagiert, spielt der Partei in die Hände. Ein Gastbeitrag.