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Allensbach-Umfrage : In der Bevölkerung grassiert der Pessimismus

Die Deutschen glauben laut einer Umfrage an kein schnelles Ende der Corona-Krise. Bild: dpa

Trotz Hoffnungsschimmer in der Impfstoff-Entwicklung: Die arbeitende Bevölkerung in Deutschland glaubt an kein schnelles Ende der Corona-Krise – und an spürbare Schäden für die Wirtschaft.

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          Ungewisse Dauer der Pandemie, mehr Aggressionen und Egoismus – die Corona-Krise hat die arbeitende Bevölkerung in Deutschland stark verunsichert. Die Zuversicht ist regelrecht erodiert, das gesellschaftliche Klima frostiger geworden. Die Ablehnung der Globalisierung und die Sorgen vor wirtschaftlichen Schäden für Deutschland haben stark zugenommen.

          Niklas Záboji

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Das sind Ergebnisse einer Umfrage unter Deutschen im Alter zwischen 30 und 59 Jahren, die das Institut für Demoskopie Allensbach im Auftrag des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) zwischen Mitte Oktober und Anfang November durchgeführt hat. Teilgenommen haben 1047 Bürger. Weil die Alterskohorte 30 bis 59 rund 70 Prozent der Erwerbstätigen in Deutschland darstellt und mehr als 80 Prozent der steuerpflichtigen Einkünfte erwirtschaftet, sieht sie der GDV als „Leistungsträger“ der Gesellschaft.

          Im Vergleich zu den Vorjahresbefragungen sind die Deutschen demnach so pessimistisch wie nie zuvor. Den kommenden zwölf Monaten hoffnungsvoll entgegen sehen nur noch 22 Prozent. Zum Vergleich: In den Jahren 2015 bis 2019 waren es je 43 bis 57 Prozent. Die Allensbach-Geschäftsführerin Renate Köcher sprach bei Vorstellung der Ergebnisse am Mittwoch von einem „Absturz, wie man ihn selten sieht“. Den Optimismus, den man derzeit an den Börsen sehe oder der einem täglich begegne mit Blick auf die Impfstoff-Entwicklung, teile die mittlere Generation nicht. Sie sei vielmehr skeptisch, dass die Corona-Krise schnell vorbeigehe, so Köcher.

          Rückfall der Bundesrepublik im globalen Wettbewerb

          Jeder zweite Befragte berichtet von einem verschlechterten Lebensgefühl. Corona-bedingte Einschränkungen wie die Schließung von Cafés, Kontaktverbote oder selbst die Angst um den Arbeitsplatz bewertet dabei allerdings nur für eine Minderheit als „besonders schlimm“. Als gravierender wird empfunden, dass nicht abzusehen ist, wann die Krise vorüber ist. Zudem ist eine Mehrheit der Ansicht, dass sich die deutsche Gesellschaft durch die Krise zum Schlechten verändert habe. „Es gibt mehr Ängste, mehr Verunsicherung“, sagen 72 Prozent und „Die Aggressivität nimmt zu“ weitere 71 Prozent.

          Ökonomisch ist das Stimmungsbild ähnlich betrüblich. 49 Prozent machen sich laut der Umfrage große, weitere 26 Prozent sogar sehr große Sorgen, dass die Corona-Pandemie spürbare Schäden in der deutschen Wirtschaft hinterlässt; nur 18 Prozent berichten von weniger großen Sorgen. Zugenommen hat auch die Furcht vor einem Rückfall der Bundesrepublik im globalen Wettbewerb. Daran glauben 38 Prozent der Befragten. Je 31 Prozent zeigen sich indes unentschieden und zuversichtlich, dass die deutsche Wirtschaft ihr starke Position verteidigen kann.

          Arbeitsplatzsorgen nehmen bislang nicht überhand. Nach wie vor gehen aber mehr als 60 Prozent davon aus, einen sicheren Arbeitsplatz zu haben. Die Allensbach-Geschäftsführerin Köcher verweist zur Erklärung auf die staatlichen Hilfen.

          46 Prozent der 30- bis 59-Jährigen geben an, dass die Globalisierung die Schuld an der Ausbreitung des Coronavirus trägt. Auch glauben nur noch 48 Prozent, dass die deutsche Wirtschaft von der Globalisierung profitiert – vor drei Jahren waren es noch 64 Prozent. „Das macht mir Sorgen, denn ohne starke internationale Kooperation, insbesondere in der EU, werden wir weder Corona noch den Klimawandel meistern“, sagt GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen.

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