Quellen in Bad Brambach : Dreimal täglich langsam trinken

Einst war Bad Brambach im Arbeiter-und-Bauern-Staat weltberühmt für sein Mineralwasser und seine Limonade. Nun werden an der stärksten Radonquelle der Welt viele Schmerzen gelindert – aber leider nicht alle.
Die bronzene Wettina kniet im Quelltempel auf einem halbhohen Sockel und hält eine Rhododendron-Blüte in den Händen, aus der das Wunderwasser in einen Becher fließt, sobald die Rezeptionistin den entsprechenden Knopf drückt. Für Tagesgäste bleibt der Becher halb voll, mehr gibt es nur auf ärztliches Rezept, denn das sprudelnde Nass ist die stärkste Radonquelle der Welt. Siebenhundertsiebzig Nanocurie je Liter ergab die Laboranalyse, und für Nichtphysiker wie den letzten sächsischen König Friedrich August III. war das Phänomen, das dereinst noch aus einer matschigen Wiese hervorsprudelte, schier unbegreiflich: „Was denn, aus diesem Dreckloch soll ich saufen?“, rief der für seine gelegentlich vulgär volkstümliche Ausdrucksweise bekannte Monarch 1912 beim Besuch der neu entdeckten und für heilend befundenen Quelle angeblich aus. Letztlich aber gab er sein Plazet, den Ort ihm und seinem Stamm zu Ehren künftig Wettin-Quelle zu nennen.
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