Handelsstreit mit Trump : Zölle als Wunderwaffe?

Früher waren Republikaner die Partei des Freihandels, heute zieht Donald Trump sie ins Lager der Freihandelsgegner. Solange ihm die Basis zur Seite steht, wird der Präsident seine Strafzollpolitik fortsetzen.
Wenn Donald Trump Zölle für die Wunderwaffe hält, um „Amerika wieder groß“ zu machen und alte Industriereviere erblühen zu lassen – ob das nun eine gefährliche Illusion ist oder nicht –, dann weiß er sich eins mit seinen Wählern. Rund drei Viertel der republikanischen Wähler hält Zölle für eine gute Sache für das Land. Wähler der Demokraten sind, in ähnlicher Größenordnung, gegenteiliger Meinung.
Solange ihm die Basis zur Seite steht, wird der Präsident seine Strafzollpolitik fortsetzen; da sollte man sich keine falschen Hoffnungen machen. Ähnliches gilt für die Politik gegenüber Russland. Trumps Wähler sind mit seiner „Leistung“ in Helsinki zufrieden, also kann er Putin trotz Empörung der Opposition nach Washington einladen – mögen selbst enge Mitarbeiter noch immer nicht wissen, was die Präsidenten vereinbart haben.
Was den Handel anbelangt, so fällt der Positionswechsel ins Auge: Früher waren die Republikaner die Partei des Freihandels, während die Demokraten dem Protektionismus zuneigten. Heute zieht Trump die Republikaner ins Lager der Freihandelsgegner, je radikaler, desto mehr.



