Konflikt mit Taylor Greene : Trumps Epstein-Problem

Trump schließt die Abgeordnete Marjorie Taylor Greene wegen unbotmäßiger Äußerungen aus der MAGA-Bewegung aus. Vordergründig geht es um die Epstein-Affäre, doch der Konflikt weist tiefer.
Das Vorgehen kennt man von Donald Trump: Wenn er unter Druck steht, schlägt er um sich. Nun hat es die Abgeordnete Marjorie Taylor Greene getroffen. Sie besitzt die Frechheit, eine Freigabe der Epstein-Untersuchungsakten des Justizministeriums zu fordern. Und das, obwohl Trump die ganze Affäre schon als „Schwindel“ der Demokraten entlarvt und für beendet erklärt hat.
Mit seinen öffentlichen Beleidigungen hat er die Rechts-außen-Politikerin für seine Anhänger zur Kritik freigegeben. Diese fürchtet nach massiven Anfeindungen nun um ihre Sicherheit. Trump will an der Abgeordneten, die früher zu seinen lautstärksten Unterstützerinnen zählte, ein Exempel statuieren: Wer von seiner Linie abweicht, wird aus der Bewegung verstoßen.
Der Konflikt weist aber tiefer. Taylor Greene ist eine Vertreterin des isolationistischen Teils von Trumps MAGA-Basis. Dem gefällt es nicht, dass der Präsident herumreist und sich um die Konflikte anderer Länder kümmert. Lieber sollte er zu Hause bleiben und die Probleme der „vergessenen Amerikaner“ lösen.
Der Großteil der unzufriedenen Isolationisten ist weit davon entfernt, Trump die Gefolgschaft aufzukündigen. Doch was, wenn die bei den Kongresswahlen im nächsten November zu Hause bleiben? Trump muss lernen, dass er Gefolgschaft nicht nur mit der Peitsche erzwingen kann, er muss auch Zuckerbrot bieten.






