Kommentar : Sticht Trumps Trumpf?
Donald Trumps Lieblingsgegner in der Handelspolitik ist China. Seine Angriffe sind ziemlich heftig - überraschend sind sie nicht.
In der Handelspolitik, und nicht nur auf diesem Feld, ist Donald Trump kein Kind rhetorischer Traurigkeit. Da wird Großkalibriges gefeuert, damit auch jeder begreift, was Sache wäre unter einem Präsidenten Trump. Lieblingsgegner in dieser Disziplin ist China, dem es erlaubt worden sei, die Vereinigten Staaten qua Währungsmanipulation zu „vergewaltigen“.
Das ist ziemlich heftig, und es ist garniert mit dunklen Hinweisen auf die Karten, die Washington ausspielen könne; die amerikanischen Staatsanleihen, die Peking hält, können da nicht gemeint sein.
Richtig ist, dass der Warenaustausch zwischen beiden Ländern grotesk unausgeglichen ist; das amerikanische Handelsbilanzdefizit ist so hoch wie nie. Wenn es überdies stimmt, dass der Verlust von Industriearbeitsplätzen - somit indirekt China - zur Radikalisierung vieler Wähler beigetragen hat, ist es keine Überraschung, dass Trump diese Karte ausspielt.
Wird sie stechen? Mittlerweile scheinen immer mehr Führungsleute der Republikaner an die Unabwendbarkeit des Schicksals zu glauben, das da heißt: Trump wird der Präsidentschaftskandidat der Partei.



