Bolsonaro : Trumps Deponie für polizeilich Gesuchte

Flávio Bolsonaro ist vor Ermittlungen aus Brasilien geflüchtet – die USA haben sogleich Einreiseerlaubnis signalisiert. Law and Order gilt da wohl nur selektiv.
Es ist schon merkwürdig, wie eilfertig manche rechten Politiker ausländischen Gesinnungsgenossen Zuflucht gewähren, wenn die von ihrer heimischen Justiz gesucht werden. Einst galt „rechte“ Politik in Demokratien als Synonym für „Law and Order“. Aber für Leute dieses Schlags scheint Demokratie nur dann zu gelten, wenn Wahlen in ihrem Sinne ausgehen, und Recht und Ordnung nur dann, wenn die Gesetzeshüter nicht gegen ihre Freunde ermitteln.
So ist es kein Wunder, dass Donald Trumps Regierung sogleich Flávio Bolsonaro eine Einreiseerlaubnis zugesichert hat, als bekannt geworden ist, dass der bei der brasilianischen Präsidentenwahl gescheiterte Politiker sich ins Ausland abgesetzt hat. Gegen Bolsonaro laufen in Brasilien Ermittlungsverfahren, die Polizei wollte seinen Pass einziehen.
Wie bisher Orbán
Das Verhalten Trumps erinnert an den früheren ungarischen Ministerpräsidenten Orbán, der einem in der Heimat rechtskräftig verurteilten Gesinnungsfreund aus Mazedonien und zwei gesuchten Politikern aus Polen Asyl geben ließ. Auch Bolsonaros Vater Jair, inzwischen wegen Putschversuchs verurteilt, hatte 2024 kurzzeitig in Ungarns Botschaft Zuflucht gesucht.
Orbán ist abgewählt, und sein Nachfolger Magyar will nach eigenem Bekunden die Praxis beenden, dass Ungarn zur „Deponie für international gesuchte Kriminelle“ gemacht wurde. Für diese Rolle bietet sich nun Trumps Amerika an.






