Trump-Kommentar : Schön radikal
Nach dem jüngsten Anschlagsversuch in New York polemisiert Donald Trump gegen das „laxe Einwanderungssystem“. Doch damit macht er es sich und den Amerikanern zu einfach.
Es war zu erwarten, dass nach dem jüngsten Anschlagsversuch in New York Präsident Trump gegen das „laxe Einwanderungssystem“ polemisieren würde, das angeblich „viel zu vielen gefährlichen und unzureichend überprüften Menschen“ ermögliche, nach Amerika zu gelangen. Der Terrorist vom Montag war 2011 aus Bangladesch eingewandert.
Wenn es einfach wäre, „gefährliche Menschen“ zu identifizieren, dann brauchte man in der Tat „nur“ bessere Erkennungsmethoden. Aber das ist nur die eine Variante. In vielen Fällen haben die Täter andere Biographien: Leute, die Jahre später Terrorakte verübten, waren zum Zeitpunkt der Einreise weder radikal noch gefährlich.
Radikalisiert wurden sie erst in Amerika, Europa, Australien – warum auch immer. Erst dort wurden sie, oft über das Internet, zu islamistisch inspirierten Gefolgsleuten der Terrororganisationen Al Qaida und IS, quasi zu imaginierten ideologisch-militanten Brückenköpfen.
Wer also mit letzter Konsequenz vorgehen will, der muss Einwanderung aus islamisch geprägten Ländern komplett unterbinden. Kann das wirklich die Lösung sein?



