Krim-Krise : Beschleuniger Putin
Ungewollt schärft Wladimir Putin die Sinne für das, was notwendig und überfällig ist: Die EU will jetzt ernsthaft daran gehen, ihre Bezugsquellen von Erdgas zu diversifizieren.
Die Verweigerung der Unterschrift unter ein Assoziationsabkommen mit der EU stand am Anfang einer Ereigniskette, die über das mörderische Geschehen auf dem Majdan, den Umsturz in Kiew und die Annektion der Krim durch Russland zu einem drastischen Temperatursturz im russisch-westlichen Verhältnis geführt hat.
Auf die Großmachtgebärden Moskaus hat die Europäische Union vergleichsweise beherzt reagiert: Die politische Verbindung zur Ukraine wird ausgebaut und gefestigt. Es geschieht zum Teil also genau das, was der Machthaber im Kreml hatte verhindern wollen; die Annäherung wird sogar noch beschleunigt. Es steht dahin, ob Präsident Putin sich davon beeindrucken lässt oder ob er weitere Beutezüge plant. Wenn der nationalistische Rausch vorbei ist, wird er vielleicht die Schadensbilanz seiner Politik lesen können.
Neben politischer Isolierung spürt Russlands Wirtschaft schon jetzt die Folgen. Und die EU will jetzt ernsthaft daran gehen, ihre Bezugsquellen von Erdgas zu diversifizieren. Ungewollt schärft Putin so die Sinne für das, was notwendig und überfällig ist.



