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Dorfbewohner gegen Aktivisten : „Nun maßen sie sich an, uns zu retten.“

Weiter Weg:Klimaaktivisten beim Sternmarsch auf Keyenberg am Samstag- Bild: Imago

Im Braunkohlerevier versprechen Aktivisten, dass nun alle Dörfer bleiben dürfen. Doch sehr viele Einwohner haben sich schweren Herzens mit der Umsiedlung abgefunden – und wenden sich gegen die Demonstranten.

          3 Min.

          Gegen Demonstranten demonstrieren? Gertrud Kieven rang einige Tage mit sich. Schließlich hat sie gemeinsam mit ihren Nachbarn in Keyenberg jahrelang selbst darauf gehofft, wofür sich nun die bundesweite Initiative „Alle Dörfer bleiben“ starkmacht: dass Kuckum, Beverath, Ober- und Unterwestrich und eben Keyenberg nicht wie bisher schon mehr als ein Dutzend Ortschaften dem Braunkohletagebau Garzweiler II weichen müssen. „Vor zehn Jahren hätten wir Unterstützung brauchen können. Aber jetzt ist es zu spät“, sagt Gertrud Kieven. „Schauen Sie sich doch um, Keyenberg ist längst ein Geisterdorf, von den 65 Häusern in meiner Straße sind nur noch 17 bewohnt, überall sind die Rollläden unten.“

          Reiner Burger
          Politischer Korrespondent in Nordrhein-Westfalen.

          Tatsächlich ist die Umsiedlung aller fünf Orte längst in vollem Gang. In Keyenberg, das als nächstes Dorf abgebaggert werden soll, haben mittlerweile 60 Prozent der Eigentümer ihre Häuser an das Tagebauunternehmen RWE verkauft, über weitere 15 Prozent der Anwesen verhandelt das Unternehmen derzeit. „In Keyenberg und den anderen Umsiedlungsorten gibt es nur eine Handvoll Familien, die unbedingt bleiben wollen“, sagt Kieven. „Und sogar von denen haben sich die meisten schon ein Umsiedlungsgrundstück reservieren lassen.“

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