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Vorwürfe gegen Bischof : Nachhaltiges Wirtschaften mit Zölibat

Bischof Alois Schwarz anlässlich seiner Amtseinführung zum neuen St. Pöltner Diözesanbischof. Bild: dpa

Ein Kärntner Bistum wirft seinem früheren Bischof vor, er habe es mit der Enthaltsamkeit und seinen zölibatären Verpflichtungen nicht so genau genommen. Nun droht der Konflikt zu einem Kräftemessen mit Rom zu werden.

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          Es sei ein schwerer, aber ehrenvoller Beruf, in welchem man „sittlich integer“ handeln und den eigenen Vorteil zurückstellen müsse. Nun gehe es nicht um Verurteilen, sondern um Umkehr und Neubeginn. Dieses Anliegen war Bischof Alois Schwarz so wichtig, dass er es nicht nur in einer Predigt in der Kärntner Landeshauptstadt Klagenfurt anlässlich der Marienschiffsprozession auf dem Wörthersee aussprach, sondern auch als Pressemitteilung versenden ließ. Freilich galt die Ermahnung nicht dem eigenen Stand, sondern Politikern. Schwarz sprach damals, vor sechs Jahren, über die Kärntner Landespolitik.

          Stephan Löwenstein
          Politischer Korrespondent mit Sitz in Wien.

          Inzwischen ist Schwarz vom Kärntner Bistum Gurk abberufen und ins niederösterreichische St. Pölten versetzt worden. Seit diesem Wechsel, der zunächst wie ein gewöhnlicher Tausch und formal jedenfalls nicht wie ein Abstieg aussah, sind immer mehr Zusammenhänge und Tatsachen ans Licht gekommen, die das Wirken des Bischofs selbst so erscheinen lassen, als habe er seinen eigenen Forderungen nach sittlicher Integrität und Selbstlosigkeit widersprochen. Er soll über viele Jahre hinweg ein Verhältnis mit einer Frau, Andrea Enzinger, unterhalten haben, das seinen zölibatären Verpflichtungen zuwidergelaufen sei. Zugleich erhielt Enzinger zunehmend Einfluss auf wirtschaftliche und personelle Entscheidungen und wurde auf Leitungsposten in der Diözese berufen.

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