Angriff auf einen Begriff : Über Ehrenmorde muss geredet werden

Kritiker wollen, dass der Begriff „Ehrenmord“ durch „Femizid“ ersetzt wird. Doch der ist nicht nur irreführend, sondern auch unlauter. Den Opfern ist damit nicht geholfen.
Kürzlich wurde in Berlin eine Afghanin ermordet. Tatverdächtig sind zwei ihrer Brüder. Sie sollen die Frau getötet haben, weil ihnen ihr Lebenswandel nicht passte. Die Staatsanwaltschaft sprach von einem „gekränkten Ehrgefühl“ der Täter, also einem möglichen Ehrenmord. Das Muster solcher Taten ist immer dasselbe: Familienmitglieder erliegen dem Wahn, dass einer der ihren die Ehre des Hauses beschmutzt habe und dass sie nur durch einen Mord wiederherzustellen sei. Die Täter sind häufig Einwanderer aus der Türkei, die Opfer überwiegend Frauen. Es sind Frauen, die sich von den rigiden Moralvorstellungen ihrer Familie lösen und die selbst über ihr Leben bestimmen wollen.
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