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Berlin : Unter Piraten

Das Opfer des Berliner „Piraten“ Claus-Brunner wurde seit Monaten gestalkt – ohne dass jemand eingeschritten wäre. Der Fall nimmt schon über das eigentliche Verbrechen hinaus gruselige Züge an.

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          Der Fall des Berliner „Piraten“ Gerwald Claus-Brunner nimmt über das Verbrechen hinaus gruselige Züge an. Nicht, weil der mutmaßliche Mörder und Selbstmörder den Leichnam seines Opfers auf einer Sackkarre durch Berlin transportiert haben soll. Sondern weil das Opfer von dem allseits verehrten Talkshow-Gast und „bunten Vogel“ seit Monaten gestalkt wurde, ohne dass jemand eingeschritten wäre, ja ohne dass jemand etwas gemerkt haben soll. Die Berliner Polizei gibt immerhin reumütig zu, dass die Anzeige so lange unbearbeitet liegengeblieben ist, bis sie nur noch ein amtliches Schulterzucken wert war.

          Jasper von Altenbockum
          Verantwortlicher Redakteur für Innenpolitik.

          Wenigstens einzelne Stimmen melden sich zu Wort, die ihre Verachtung für die scheinheilige Umgebung des Politikers zum Ausdruck bringen. Es war offenbar kein Geheimnis, dass ein „Pirat“ wie Claus-Brunner den anmaßenden Namen seiner Partei allzu wörtlich nahm. Dass er damit in Berlin unbehelligt blieb, mag nicht ein Alleinstellungsmerkmal dieser schillernden Partei sein. Aber ein Merkmal ist es allemal, seit diesem Fall vielleicht sogar ein Kainsmal.

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