Griechenland : Nicht über den Berg

Vorweihnachtliche Milde hat der griechische Ministerpräsident Samaras in Berlin nicht erfahren. Athen soll am Spar- und Reformkurs festhalten, zumindest nach dem Willen der Kanzlerin und ihres Finanzministers.
Die Schulden des griechischen Staates waren im September größer als vor einem Jahr. Viele Griechen dürften darüber die Welt nicht mehr verstehen und sich fragen, was der ganze Sanierungskurs eigentlich gebracht hat, den sie in Form von Lohn- und Pensionskürzungen zu spüren bekommen.
Und doch tut sich im Haushalt eine Lücke auf, worüber die Regierung mit der Troika streitet. Sie will nicht mehr den Rotstift ansetzen und hofft auf Erleichterung beim Abbau der Schulden. Sollte Ministerpräsident Samaras auf vorweihnachtliche Milde in Berlin gehofft haben, dann ist er um eine Erfahrung reicher.
Die Bundesregierung erkennt die Sanierungsleistung und die zweifellos beachtlichen Fortschritte in Griechenland an. Aber am Spar- und Reformkurs soll festgehalten werden, jedenfalls nach dem Willen der Kanzlerin und ihres Finanzministers.
Der mutmaßlich neue Koalitionspartner mag das vielleicht anders sehen, aber wenigstens hier bleibt die Union standhaft. Und Schuldenstand hin oder her - 2014 dürfte die griechische Wirtschaft wachsen. Dann wäre die Wende zum Besseren erreicht.



