Netanjahus Rückhalt schwindet : Das sanfte Lächeln von Gideon Saar

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat bei der Wahl weiter an Rückhalt verloren – ohne ihn wäre die Regierungsbildung ein Leichtes. Parteiinterne Rivalen loten ihre Chancen aus.
Es war eine lange Nacht. Und je länger ausgezählt wurde, desto unklarer wurde der Weg zur Macht. Dies galt vor allem für Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, dessen Block deutlich unter der erforderlichen Mehrheit abschnitt. Doch auch sein Herausforderer Benny Gantz trat erst gegen zwei Uhr nachts das erste Mal auf die Bühne des Hangars elf im alten Hafen von Tel Aviv. Anders als noch nach der Wahl im April vermied es Israels Oppositionsführer, voreilig einen Sieg zu verkünden. „Mehr als eine Million Bürger haben Nein zu Hetze und Spaltung gesagt“, rief Gantz, „ja zur Einheit, nein zu Korruption, ja zu Rechtschaffenheit.“ Ab sofort werde er auf die Bildung einer breiten Einheitsregierung hinarbeiten, die den Willen des Volkes und den der Mehrheit der Israelis vertrete. Doch vorher „werden wir geduldig das Endergebnis abwarten“.





