Wahl in Tunesien : Der spröde Revolutionär siegt mit den Stimmen der Jugend

Ohne Partei oder Wahlkampfmaschinerie wird Kaïs Saïed zum Präsidenten Tunesiens gewählt. Vor allem junge Wähler bescheren ihm einen deutlichen Sieg. Nun will er das System reformieren.
Seiner monotonen Sprechweise und seinen regungslosen Gesichtszügen verdankt Kaïs Saïed den Spitznamen „Robocop“. Anstatt den tunesischen Dialekt zu verwenden, redet der hagere Jurist mit einer Vorliebe für graue Anzüge lieber Hocharabisch. Doch in der Nacht zum Montag legte Tunesiens neuer Präsident für einen Augenblick seine fast stoische Zurückhaltung ab. Die Hupkonzerte und Freudenfeuerwerke, mit denen seine jungen Anhänger im Zentrum von Tunis seinen Sieg feierten, steckten ihn an. Er versprach seinen Wählern „ein neues Tunesien“ und beschwor den Geist der friedlichen Revolution von 2011.





