Kastrationen in Madagaskar : EU-Botschafterin kritisiert Strafe für Vergewaltiger

In Madagaskar kann der Missbrauch von Kindern mit Kastration bestraft werden. Die EU-Botschafterin findet das „verfassungsfeindlich“. Nun verlangt das Land ihre Abberufung.
Das madagassische Außenministerium wollte dazu nicht Stellung nehmen, erklärte aber, dass das Schreiben hätte vertraulich bleiben sollen.
Im Februar hatten beide Kammern des Parlaments in Madagaskar ein Gesetz verabschiedet, nach dem Vergewaltiger von Kindern künftig kastriert werden sollen. Die EU-Botschafterin Isabelle Delattre Burger hatte das Gesetz als „verfassungsfeindlich“ bezeichnet. „Ich denke nicht, dass eine chemische oder eine tatsächliche Kastration eine abschreckende Lösung ist“, hatte sie betont.
Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International nannte die Strafe „grausam, unmenschlich und erniedrigend“.
Ende Februar hatte das Verfassungsgericht die chirurgische Kastration von Vergewaltigern von Kindern gebilligt. Eine chemische Kastration lehnten die Richter ab, weil diese rückgängig gemacht werden könne.





