Kommentar : Hinein ins Ungewisse
Nach den Wahlen in Großbritannien könnten die politischen Verhältnisse in Westminster so instabil sein wie nie zuvor. Es droht der Austritt des Landes aus der EU.
In zehn Tagen wird im Vereinigten Königreich ein neues Parlament gewählt – das könnte einen Prozess einleiten, der mit dem Austritt des Landes aus der EU endet. Auf die leichte Schulter zu nehmen wäre das nicht.
Natürlich hinge ein „Brexit“ zunächst von dem Ausgang der Wahl ab; als Geste zur Beruhigung des euroskeptischen Flügels der Konservativen hat Premierminister Cameron für den Fall der Wiederwahl ein Referendum versprochen. Aber man hat ja seine Erfahrungen mit Identitätsthemen. Wenn einmal Fahrt aufgenommen ist, gibt es fast kein Halten mehr. Die schottischen Nationalisten, die mit dem Feindbild „London“ erfolgreich auf Wählerfang gehen, werden immer stärker. Ihnen wird ein Erdrutschsieg vorausgesagt, Labour und Konservativen in Schottland die Vernichtung.
Die politischen Verhältnisse in Westminster könnten künftig so instabil sein wie noch nie zuvor. Dem Land droht eine Zeit großer Ungewissheit – und am Ende womöglich der Bruch mit der Europäischen Union. Die Briten käme er teuer zu stehen. Aber vielen sind die wirtschaftlichen Kosten vollkommen gleichgültig.



