Engländer im Freudentaumel :
Insulaner unter sich

Klaus-Dieter Frankenberger
Ein Kommentar von
Lesezeit:
Vier englische Fußballvereine haben Fußballgeschichte geschrieben.
Vier englische Fußballvereine haben Fußballgeschichte geschrieben.Reuters

Die Freude über zwei rein-englische europäische Fußballfinals sollte den Engländern gegönnt sein. Denn die schönen Tage werden nicht wiederkehren und auch der Brexit schlägt – wahrscheinlich – doch zu. Eine – nicht ganz ernst gemeinte – Glosse.

Was haben Champions League und Europa League mit dem Brexit zu tun? Eigentlich nix. Und doch: Welche unsichtbare Hand hat da Regie geführt und Historisches herbeigezaubert? Ausgerechnet in dem Jahr, in dem der Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU eigentlich über die Bühne gehen soll(te), stehen vier englische Klubs in den Endspielen der beiden europäischen Fußballwettbewerbe. Das hat es noch nicht gegeben, dass alle vier Finalisten aus einem Land beziehungsweise einem Verband kamen. Und jetzt spielen Liverpool, Tottenham, Arsenal und Eintracht Frankfurt-Bezwinger Chelsea um die beiden Trophäen. Das Endspiel der Europa League wird dabei zu einer Londoner Stadtmeisterschaft. Welche Dominanz der Premier League, welche Demonstration der Stärke des „englischen“ Fußballs (selbst wenn es sich, wie andernorts auch, um multinationale Spielgemeinschaften handelt mit einem vergleichsweise geringen lokalen Anteil). Selbst zu seinen Hoch- und Glanzzeiten hat es der spanische Fußball nur auf drei Finalisten gebracht. Und jetzt vier englische Klubs.

FAZ

Ohne Abo weiterlesen

Dies ist kein Abo. Ihre Registrierung ist komplett kostenlos, ohne versteckte Kosten.
Oder 3 Monate für 1 € pro Monat Zugang zu allen FAZ+ Beiträgen erhalten und immer aktuell informiert bleiben.