Allensbach-Umfrage : Die Deutschen spüren die schlechte Wirtschaftslage nicht

Eine Mehrheit der Bevölkerung sieht Deutschland auf dem wirtschaftlichen Abstieg. Ihre eigene Lage schätzen die Menschen aber gut ein. Was heißt das für die Wahl?
Nach Bill Clintons prägnanter Kurzanalyse, was Wahlen beeinflusst – „It’s the economy, stupid!“ –, müsste die kommende Bundestagswahl entschieden sein. Die deutsche Wirtschaft stagniert, und bisher deutet nichts auf eine Erholung im kommenden Jahr hin. Nachdem der Arbeitsmarkt noch bis vor Kurzem robust schien, häufen sich nun Nachrichten über geplante Freisetzungen von Mitarbeitern. In internationalen Rankings für wirtschaftliche Dynamik ist das Land weit zurückgefallen; der IWF verortet Deutschland unter 41 fortgeschrittenen Volkswirtschaften in Bezug auf die Wachstumsdynamik auf Rang 39. Der Standort Deutschland hat an Attraktivität verloren, vor allem durch hohe Energiekosten und Unsicherheiten über die Energiepolitik, durch ein Übermaß an Regulierung und Bürokratie, durch Arbeitskräftemangel und zu wenig Investitionen in Infrastruktur und Bildung. Dazu kommen der weltweit zunehmende Protektionismus und geopolitische Spannungen, die eine derart globalisierte Wirtschaft wie die deutsche härter treffen als andere Volkswirtschaften.
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