Afghanistan :
Letztes Kapitel

Klaus-Dieter Frankenberger
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Amerika zieht sich aus Afghanistan zurück. Sollten 2014 alle Soldaten abrücken, wird Washingtons Einfluss am Hindukusch auf null zurückfallen. So wie im Irak.

Das hat der amerikanische Verteidigungsminister Panetta schön gesagt: Nun sei das letzte Kapitel erreicht in dem Bemühen, Afghanistan sicher und souverän zu machen. Die ganz prosaische Frage lautet aber, wie sicher und souverän wird Afghanistan nach dem Abzug der ausländischen Truppen Ende 2014 tatsächlich sein? Man kann sich kaum vorstellen, dass die afghanischen Sicherheitskräfte dann in der Lage sein werden, ihren Auftrag zufriedenstellend zu erfüllen, zumal angesichts der Erfahrungen der vergangenen Jahre. Es stimmt auch nicht optimistisch, wenn Berichte zutreffen, dass die Vereinigten Staaten ihre Truppen vollständig abziehen wollten.

Das haben sie auch im Irak getan - nachdem eine Einigung mit der Regierung in Bagdad nicht zustande gekommen war - mit dem Ergebnis, dass sie auf die irakische Politik heute so gut wie keinen Einfluss mehr haben. Sollten sie ihre Präsenz in Afghanistan nach 2014 auf null zurückfahren, wird das dort nicht viel anders sein. Erst dann wird wirklich das letzte Kapitel geschrieben. Es wird handeln von den Opfern, den Kosten und dem langfristigen Ertrag.