Symposion zur Spiegel-Affäre : Abbau am Mythos

Zum fünfzigsten Jahrestag der Spiegel-Affäre übt sich das Magazin bei einem Symposion in Selbstreflexion und lässt das Diktum von der großen Zäsur im Jahr 1962 durch Zeithistoriker relativieren.
Wer hätte gedacht, dass am Ende kaum etwas übrig bliebe von den großen Begriffen, die gewöhnlich in einem Atemzug mit der „Spiegel“-Affäre genannt werden? Geburtsstunde der kritischen Öffentlichkeit, Ende des Obrigkeitsstaats, Festigung der jungen Demokratie, Vormärz von 68 - am Ende wurden die Schlagworte immer kleiner, war die Zäsur kaum noch sichtbar. Die Historikerin Cornelia Rauh resümierte pointiert, aber nicht abwegig: „Wenn man sich in Zukunft an die ,Spiegel‘-Affäre erinnern wird, dann wird 2012 als das Jahr gelten, in dem es zur Ehrenrettung von Franz Josef Strauß kam.“ Dass der Abbau des Mythos im eigenen Haus stattfand, sorgte für die pikante Note.





