Olympia-Attentat 1972 : Elf ermordete Israelis, weiter geht’s

Eine ARD-Doku und ein Podcast des BR blicken auf das Attentat bei den Olympischen Spielen 1972 in München zurück. Sie zeigen: Die Deutschen ignorieren ihre Schuld bis heute.
Fünfzig Jahre lang hat Mohammed Safady nicht nur darüber geschwiegen, was er im Jahr 1972 getan hat. Er war auch dermaßen untergetaucht, dass ihn Wikipedia schon für tot hielt, für eines der Opfer der Vergeltungsaktionen des israelischen Geheimdienstes Mossad. Nun taucht er wieder auf, als Zeitzeuge in der ARD-Dokumentation „Tod und Spiele“. Er wirkt, als sei er gerade aus einem jahrzehntelangen Koma erwacht: „Ich habe die Geiseln getötet“, sagt er in die Kamera, „ich bereue es nicht, werde es niemals bereuen.“ Er sei stolz auf das, was er getan habe, und sei bereit, wenn es sich „wieder ergeben sollte“. Dass er seit seinen Morden oft mitten in der Nacht aufwache, daran habe er sich gewöhnt.


