Wer ist für uns noch tragbar? : Warum ein Oldenburger Haus für Medienkunst den Namen seiner Stifterin verlor

In Oldenburg hat kürzlich das Edith-Russ-Haus für Medienkunst die Benennung nach seiner Stifterin eingebüßt, weil diese Mitglied der NSDAP war. Was lässt sich daraus lernen?
Vorweg eine wahre Geschichte. In der kleinen niedersächsischen Gemeinde Hatten heißt eine Seitenstraße, kaum dreihundert Meter lang, Eichlerweg. Nach gut neunzig Jahren bemerkte man, dass der Weg 1932 nach einem Mann namens Heinrich Eichler benannt worden war. Heinrich Eichler galt als „alter Kämpfer“ und verkörperte seit seinem Eintritt in die NSDAP (Mitgliedsnummer 10.530) all das, was einen passionierten Nationalsozialisten ausmacht. Ihn für seine „unverbrüchliche Treue“ und seinen „unerschütterlichen Glauben“ an Adolf Hitler zu ehren, ließ der Reichsstatthalter und Gauleiter Carl Röver den Weg nach Eichlers Tod auf dessen Nachnamen taufen.
Zugang zu allen FAZ+ Beiträgen (Originalpreis: 13,80 €) jetzt nur 0,99 €
Zugang zu allen FAZ+ Beiträgen (Originalpreis: 13,80 €) jetzt nur 0,99 €
- Mit einem Klick online kündbar





