Putins Gottesstreiter : Die Propaganda des Patriarchen

Die Orthodoxen Kirchen entzweien sich über die vom Moskauer Patriarchen Kirill vertretene Lehre der „Russischen Welt“. Denn diese ist zutiefst unmoralisch. Ein Gastbeitrag.
Am 27. Juli hat Metropolit Epifanij Dumenko, das Oberhaupt der autokephalen Orthodoxen Kirche der Ukraine (OKU), im Namen seiner Kirche dem Erzbischof von Konstantinopel und Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios einen denkwürdigen Brief zugesandt. In dem umgehend veröffentlichten Schreiben fordert Epifanij das Ehrenoberhaupt der Weltorthodoxie dazu auf, möglichst bald eine panorthodoxe Untersuchung gegen den Moskauer Patriarchen Kirill und die von ihm vertretene Lehre der „Russischen Welt“ (Russkij Mir) einzuleiten. Mit dieser „nationalistischen und ethnophyletistischen Theorie von der besonderen Rolle der russischen Nation und des russischen Staates in der Welt und in der Kirche“, so Epifanij, rechtfertige Patriarch Kirill den Angriff Russlands auf die Ukraine und bestreite unter Hinweis auf die Zugehörigkeit ihres Landes zu dieser „Russischen Welt“ den Ukrainern das Recht auf einen unabhängigen Staat und eine autokephale Kirche.
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