Hungersterben in der Ukraine :
Not als politische Waffe

Von
Gerhard Gnauck, Warschau
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Kämpfer gegen Fake News: Agnieszka Holland vor dem Plakat zu ihrem Film „Mr. Jones“ in Warschau
Kämpfer gegen Fake News: Agnieszka Holland vor dem Plakat zu ihrem Film „Mr. Jones“ in WarschauEPA

War die große Hungerkatastrophe der dreißiger Jahre in der Ukraine als Massenmord unter Stalin geplant? In Polen und der Ukraine befeuert der Film „Mr. Jones“ von Agnieszka Holland die Diskussion. Das Thema beschäftigt auch den Bundestag.

Eine Filmszene: Die sowjetische Sekretärin begegnet dem jungen Briten, der vor ihr steht, mit einem kühlen Blick. Wir schreiben das Jahr 1932; der Waliser Gareth Jones, freiberuflich tätiger Journalist, will ein Visum beantragen. Er will zur Zeit Stalins das geheimnisvolle Sowjetreich erkunden. „Wer bezahlt Ihre Reise?“, fragt die Botschaftssekretärin. „Ich selbst“, antwortet Jones. „Sie sind also gar kein Journalist“, sagt die Dienerin des Staates, in dem es nur staatlich bezahlte Schreiber gibt, „Sie wollen erst Journalist werden.“ Der junge Strubbelkopf wirkt entmutigt. Aber dann erwidert er: „Ich habe Hitler interviewt. Und ich habe vor, Stalin zu interviewen.“

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