https://www.faz.net/-gr0-a12ez

Hongkong : Bücher verschwinden aus Hongkongs Bibliotheken

  • Aktualisiert am

Besorgt um die freie Rede: Demokratie-Aktivist Joshua Wong kandidiert für die Wahlen zum Legislativrat von Hongkong. Bild: dpa

Bücher pro-demokratischer Aktivisten sind in Hongkongs Bibliotheken nicht mehr gelistet. Auch die Bildung an den Hochschulen solle laut Peking „patriotischer“ werden.

          1 Min.

          Die Einführung des umstrittenen Sicherheitsgesetzes in Hongkong macht sich auch in den Bibliotheken bemerkbar: Mehrere Bücher prominenter Demokratie-Aktivisten sind in der Sonderverwaltungszone nicht mehr verfügbar. Eine Suchanfrage auf der Website der öffentlichen Bibliothek ergab, dass unter anderem Titel des Aktivisten Joshua Wong, der pro-demokratischen Abgeordneten Tanya Chan und des Wissenschaftlers Chin Wan in keiner der dutzenden Zweigstellen mehr ausgeliehen werden können.

          Er glaube, das Verschwinden der Bücher hänge mit dem Sicherheitsgesetz zusammen, erklärte Wong auf Facebook. Das Gesetz sei im Grunde ein Instrument, um die freie Rede zu kriminalisieren.

          Das Verschwinden der Bücher wirft die Frage auf, ob nach der Einführung des Sicherheitsgesetzes in Hongkong noch akademische Freiheit besteht. Die Sonderverwaltungszone hat einige der besten Universitäten Asiens, zudem durfte dort über Themen, die in Festland-China tabu sind, bislang noch diskutiert und geschrieben werden. Nach den monatelangen Protesten insbesondere jugendlicher Demonstranten im vergangenen Jahr hat Peking jedoch bereits erklärt, die Bildung in der Metropole solle „patriotischer" werden.

          Das neue Sicherheitsgesetz war am Dienstag in Kraft getreten. Nach Auffassung von Kritikern schränkt es die Bürgerrechte in Hongkong massiv ein. Das Gesetz erlaubt den chinesischen Behörden ein hartes Vorgehen gegen alle Aktivitäten, die nach ihrer Auffassung die nationale Sicherheit bedrohen. Es gab bereits mehrere Festnahmen auf Grundlage des Sicherheitsgesetzes.

          Das Gesetz stößt auf internationale Kritik, da es massiv in Hongkongs Autonomierechte eingreift. Nach dem Grundsatz „Ein Land, zwei Systeme" waren der früheren britischen Kronkolonie bei ihrer Übergabe an China im Jahr 1997 für 50 Jahre Sonderrechte gewährt worden, darunter Meinungs- und Versammlungsfreiheit.

          Weitere Themen

          Kunst am Fuße der Pyramiden Video-Seite öffnen

          Ägypten : Kunst am Fuße der Pyramiden

          Das ägyptische Unternehmen „Art D’Egypte“ eröffnet seine Ausstellung mit dem Titel „Forever Is Now“. Es ist die erste internationale Kunstausstellung, die an den Pyramiden von Gizeh und auf dem umliegenden Gizeh-Plateau stattfindet.

          Winterbilder ohne Selbstmitleid

          „Die Nase“ in München : Winterbilder ohne Selbstmitleid

          Serge Dorny ist neuer Intendant der Staatsoper München. Er zeigt mit seinem Spielplan und mit Schostakowitschs „Nase“ in der Regie von Kirill Serebrennikow, dass ein neuer Geist ins Haus zieht.

          Topmeldungen

          Ministerpräsident Mateusz Morawiecki war am Mittwoch im Land unterwegs und äußerte sich auf Anfrage nicht.

          EuGH verhängt Strafe für Polen : „Um schweren Schaden abzuwenden“

          Eine Million Euro am Tag muss Polen bezahlen, solange die politisch besetzte Disziplinarkammer am obersten Gericht des Landes fortbesteht. Das hat der Europäische Gerichtshof entschieden. Warschau spricht von „Erpressung“.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.