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Papst-Rücktritt Papsterklärer in Erklärungsnot

 ·  Bleibt der Papst nach dem Rücktritt Kardinal? Und was passiert mit dem Fischerring? Vatikansprecher Lombardi versucht die noch nicht geklärten Fragen zu klären.

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Was passiert mit dem Fischerring von Papst Benedikt XVI., wenn er am 28. Februar abtritt? Wie soll er dann genannt werden? Ist er im März noch Kardinal? Im Pressesaal des Heiligen Stuhles muss dieser Tage Vatikansprecher Federico Lombardi Antworten auf nie zuvor gestellte Fragen geben. Der 1942 in Saluzzo geborene Jesuit tut das mit Gelassenheit - aber vieles weiß er nicht und muss sich auf Schlussfolgerungen verlassen.

Was wird aus den roten Schuhen?

Lombardi hat vor seiner Priesterweihe 1972 nicht nur Theologie, sondern auch Philosophie und Mathematik studiert - die Fähigkeit logisch zu denken kommt ihm jetzt zu Gute. Werde der zurückgetretene Papst als Privatmann noch seine weiße Soutane tragen, womöglich auch die roten Schuhe? „Das ist eine noch nicht geklärte protokollarische Frage“, sagt Lombardi. Aber er nehme an, dass Benedikt viel zu bescheiden sei, um sich neben dem neuen Papst noch im weißen Habit zu zeigen.

Einem gerade verstorbenen Papst werde der goldene Fischerring - mit dem Papstwappen auf der äußeren und der Kreuzigungsszene auf der inneren Seite - vom Finger genommen und danach zerstört, sagt Lombardi, weil sein Siegel nicht mehr genutzt werden könne und ihn kein Gläubiger mehr küssen werde. Seit 1842 nutze zwar kein Papst mehr seinen Ring zur Abstempelung von Dokumenten, aber die symbolische Bedeutung sei geblieben. Die aber erlösche bei Benedikt am 28. Februar um 20 Uhr, wenn sein Rücktritt in Kraft trete. Deswegen werde vermutlich auch Benedikts Ring zerstört. Aber die Frage werde noch von den Fachleuten geprüft.

Dabei muss Lombardi seine Antworten stets neuen Erkenntnissen anpassen. Am Montagabend, Stunden nach der Rücktrittsankündigung nahm Lombardi im Gespräch mit der F.A.Z. an, dass Benedikt seine vierte Enzyklika zu Fragen des Glaubens noch vollenden könnte, schließlich sei der Text seines Wissens nach schon seit dem vergangenen Herbst fertig. Am Tag darauf aber sagte er im Pressesaal: „Wahrscheinlich reicht die Zeit doch nicht mehr.“ Nur Teile der Enzyklika seien bereits geprüft und gelesen. Nun müsse wohl der Text eine andere Form der Veröffentlichung finden. Später hieß es aus anderer Quelle, es werde daran gedacht, dass der Rat für die Neuevangelisierung unter Erzbischof Rino Fisichella den Text publizieren werde.

Nach seinem Rücktritt sei Benedikt „der zurückgetretene Bischof von Rom im Ruhestand“ - und nicht mehr Kardinal, erläutert Lombardi, denn nach der Wahl zum Papst gehörte er nicht mehr zum Kardinalskollegium. Natürlich könnte ihn der nächste Papst wieder zum Kardinal ernennen.

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Jahrgang 1952, politischer Korrespondent für Italien und den Vatikan mit Sitz in Rom.

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