SPD-Kommentar : In den Brunnen geworfen

Die Erinnerung an das eigene historische Erbe ist für die SPD zum Ballast geworden. Doch die Genossen sollten nicht vergessen, wie tief ihre Gegenwart und Zukunft in der Vergangenheit wurzeln.
Keine deutsche Partei hat ihre eigene Geschichte so verehrt wie die sozialdemokratische. Doch jetzt ist ihr das Erinnern zum Ballast geworden. Andrea Nahles und der Parteivorstand haben klammheimlich, indes nicht unbemerkt, die Historische Kommission aufgelöst. Das Gremium hat sich fast 40 Jahre lang mit der Parteigeschichte befasst und den Vorstand beraten. Allerdings war die „HiKo“ zuletzt ein personell methusalemisiertes und unproduktives Gremium, dessen gelegentliche Publikationen in der Partei zuweilen als „interner Mumpitz“ bezeichnet wurden. Dass nun der SPD-Kassenwart beauftragt wurde, das historische Erbe zu verwalten, wirkte dennoch zynisch. Entsprechend groß war die Aufregung.
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