Brief aus Istanbul : Selbst der Schatten ist bedenklich

Was die „neue Türkei“ unmittelbar nach den Wahlen vom 24. Juni tatsächlich erlebte, zeigt, dass die Realität schlimmer sein kann als jeder Albtraum – ein Tagebuch.
Der Journalist, der Ihnen diesen Brief schreibt, wird diese Woche einundvierzig. 16 Jahre nicht nur seines Lebens, sondern auch seiner 21 Berufsjahre als Journalist hat er unter der Erdogan-Regierung verbracht. In dieser Zeit hat er miterlebt, wie etliche Kollegen, auch er selbst, festgenommen wurden. Er hat die Reise der Türkei von einer – wenn auch defizitären – Demokratie in die Autokratie sowie den Ausstieg Erdogans aus der „Straßenbahn Demokratie“, wie er selbst es nannte, besorgt aus nächster Nähe verfolgt. Und nun gewann Erdogan wieder die Wahlen, die ihm weitere fünf Jahre im Präsidentenpalast ermöglichen.





