Schalker Frieden
Wenn ein Dortmunder imstande ist, einen Streit zwischen Schalke und der Polizei zu schlichten, müssen schon besondere öffentliche Interessen im Spiel sein.
Wenn ein Dortmunder imstande ist, einen Streit zwischen Schalke und der Polizei zu schlichten, müssen schon besondere öffentliche Interessen im Spiel sein. Reinhard Rauball, der Präsident der Borussia, hat - wenn auch in seiner Eigenschaft als Präsident der Deutschen Fußball-Liga - erfolgreich vermittelt. Die Polizei erleichtert auch künftig dem Ordnungsdienst des FC Schalke 04 die Arbeit. Mit dieser Zusage endet ein Streit, den Verein und Behörde in den vergangenen Tagen öffentlich ausgetragen hatten, weil der Klub der Ansicht war, die Polizei habe in der Arena zu energisch für Ordnung gesorgt. NRW-Innenminister Ralf Jäger hatte daraufhin angekündigt, seine Beamten „auf“ Schalke künftig nur noch „im öffentlichen Raum“, also nicht mehr im Stadioninnern, zu postieren. Der Klub hätte die Polizei dann rufen können - wie ein Kneipenwirt, wenn eine Wirtshausschlägerei eskaliert. Unmittelbar vor dem Start der Champions League in dieser Woche haben beide Seiten eingesehen, dass dies keine Grundlage ist, um Spiele dieser Bedeutung abzuwickeln. Was hätte der europäische Fußballverband wohl gesagt? Schalke räumte ein, bei der Kritik „in Wortwahl und Tenor“ zu weit gegangen zu sein. Aber auch der SPD-Politiker Jäger hat gut daran getan, seine Position zu überdenken: Ein Stadion ist keine Gaststätte. Ohne die sichtbare Präsenz der Polizei können sich in Stadien sehr schnell Auseinandersetzungen entwickeln, die private Sicherheitsdienste überfordern. Polizeibeamte scheinen unverzichtbar, aber der jeweilige Einsatzleiter ist gut beraten, den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit genauestens zu prüfen.





