Regierungskrise in Bolivien
oe. BUENOS AIRES, 28. September. Der bolivianische Innenminister Sacha Llorenti ist als Reaktion auf die gewaltsame Beendigung der Protestmärsche von Eingeborenen im tropischen Tiefland zurückgetreten.
oe. BUENOS AIRES, 28. September. Der bolivianische Innenminister Sacha Llorenti ist als Reaktion auf die gewaltsame Beendigung der Protestmärsche von Eingeborenen im tropischen Tiefland zurückgetreten. Er ist nach dem Amtsverzicht der Verteidigungsministerin Cecilia Chacón die zweite Schlüsselfigur im Kabinett des Präsidenten Evo Morales, die die Regierung infolge des Konflikts verlässt, der sich inzwischen zu einer neuen schweren Regierungskrise ausgeweitet hat. Llorenti wird für das nach Augenzeugen äußerst brutale Vorgehen der Polizei gegen die Demonstranten, die mit Märschen gegen den Bau einer Straße durch ihr Reservat und einen Nationalpark protestierten, verantwortlich gemacht. Während die Verteidigungsministerin aus Protest gegen die Polizeiaktion zurückgetreten war, hatte Llorenti die Operation zunächst zu rechtfertigen versucht und behauptet, die Staatsanwaltschaft habe sie angeordnet, was diese jedoch bestritt. Daraufhin beschuldigte er seinen Staatssekretär Marcos Farfán, der gleichfalls jede Verantwortung zurückwies und von seinem Amt zurücktrat. Er wolle kein "Instrument" der rechten Opposition sein, die den Prozess der strukturellen Veränderungen attackiere, begründete Llorenti seinen Rückzug. Präsident Morales bezeichnete das Vorgehen der Polizei abermals als "unverzeihlich" und verfügte einen Stopp der Arbeiten an der Straße. Am Mittwoch demonstrierten Zehntausende gegen das Vorgehen der Regierung. Auch der Marsch auf den Regierungssitz La Paz soll fortgesetzt und so erreicht werden, dass Morales den Bau der Straße gänzlich einstellen lässt.





