Italiens ungelöstes Schuldenproblem
tp. ROM, 16. August. Italiens Schatz- und Finanzminister Giulio Tremonti gibt sich nicht nur als Anwalt für Eurobonds, sondern geht nun auch noch weiter. "Wir wären nie in diese Lage gekommen, wenn es in Europa die Eurobonds gäbe", ...
tp. ROM, 16. August. Italiens Schatz- und Finanzminister Giulio Tremonti gibt sich nicht nur als Anwalt für Eurobonds, sondern geht nun auch noch weiter. "Wir wären nie in diese Lage gekommen, wenn es in Europa die Eurobonds gäbe", sagte Tremonti in einem wenig verhüllten Vorwurf in Richtung Deutschland. Eine weitere Äußerung kann nicht nur als Wunsch nach Eurobonds, sondern gleich nach Vergemeinschaftung aller Schulden interpretiert werden: "Fundamental ist ein größerer Grad an Integration und Konsolidierung der öffentlichen Finanzen in Europa." Die italienischen Staatsschulden, für die nun aus Rom vehement Garantien aus Deutschland gefordert werden, waren in der Diskussion um die Aufnahme Italiens in die Währungsunion eigentlich ausgeklammert worden. Weitsichtige Ökonomen hofften, dass die Konditionen der Währungsunion die früher allzu lässige italienische Haushaltspolitik in die richtigen Bahnen zwingen würden. Dass die Währungsunion einfach nur einen bequemen Weg darstellen könnte, die Lasten der maroden italienischen Staatsfinanzen auf andere Länder abzuladen, war ein Gedanke, den während der Diskussionen um den Vertrag von Maastricht kein italienischer Politiker auszusprechen wagte.





