Groko
Das ist schon sehr lustig. Da hat es über Monate und Wochen einen der langweiligsten Wahlkämpfe in der Geschichte der Bundesrepublik gegeben.
Das ist schon sehr lustig. Da hat es über Monate und Wochen einen der langweiligsten Wahlkämpfe in der Geschichte der Bundesrepublik gegeben. Bis zum Schluss kam er einfach nicht in Gang. Alle dämmerten, von ein paar Scheinaufregungen unterbrochen, so vor sich hin. Offen wie nie überlegten Intellektuelle, aus Notwehr diesmal nicht zur Wahl gehen zu wollen. Der Philosoph Peter Sloterdijk sprach von der „Lethargokratie“, von der Herrschaft der Schläfrigen - eine Form politischer Machtausübung, die Kanzlerin Angela Merkel von Helmut Kohl übernommen habe und die auf besonders fruchtbaren Boden falle. Denn nicht nur von der Politik gehe die Lethargie aus, sondern auch von der Gesellschaft. Nicht nur die Kanzlerin oder die Regierung schläfere die Deutschen ein. Die wandlungsscheuen Deutschen wollten eine schläfrige Regierung. Weggedämmert liefen die Menschen zur Wahl und bescherten Merkel ein schönes Ergebnis. Und jetzt, wo der Wahlkampf, den man nicht spürte, vorbei ist, wachen plötzlich ein paar Leute auf. Versuchen, Stimmung zu machen. Blasen zur Revolte. Wo genau noch mal waren die, als Wahlkampf war?





