Die fetten Jahre sind die besten
Als in diesem Sommer in Klagenfurt der Ingeborg-Bachmann-Preis vergeben wurde, da erklang es wieder, das Gejammer über die deutsche Literatur: Wo denn die Bücher seien, die mal etwas Neues wagten? Wo sich der Autor finde, dessen ...
Von Lena Bopp
Als in diesem Sommer in Klagenfurt der Ingeborg-Bachmann-Preis vergeben wurde, da erklang es wieder, das Gejammer über die deutsche Literatur: Wo denn die Bücher seien, die mal etwas Neues wagten? Wo sich der Autor finde, dessen Werk nicht nur um persönliche Befindlichkeiten kreise, sondern eine Lebenswirklichkeit in den Blick nehme, die sich über das Café an der nächsten Berliner Straßenecke hinaus erstreckt? Eine Literatur, die nicht nur in sich, sondern in der Zeit, in der sie entsteht, Stoff für Geschichten findet? Das waren so die Fragen. Und man hätte sie für das übliche Geplänkel halten können, für eines der Rituale, von denen in Klagenfurt so viele gepflegt werden, wenn nicht am dritten und letzten Vorlesetag ein junger Mann aufgetreten wäre, dem man schon bald zutraute, die Sehnsucht nach einer literarischen Spiegelung der Gegenwart ein wenig zu erfüllen.





