Die Evangelische Kirche verleugnet ihre Geschichte
Dass die evangelische Kirche der Reformation neben Schätzen auch beschämende Erbschaften verdankt, ist ein Gemeinplatz. Doch wie die Freude verlangt auch die ...
Dass die evangelische Kirche der Reformation neben Schätzen auch beschämende Erbschaften verdankt, ist ein Gemeinplatz. Doch wie die Freude verlangt auch die Scham sorgfältige Rechenschaft. Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) auf dem Weg zum Reformationsjubiläum von 2017 scheint an solcher Sorgfalt wenig interessiert. Das zeigt etwa ihr Umgang mit dem belastendsten Erbe, dem Antijudaismus, wie ihn in besonderer Weise der alte Martin Luther in seiner Schrift „Von den Juden und ihren Lügen“ von 1543 zum Ausdruck brachte. Auf sie hat vor einem Jahr die „Jubiläumsbotschafterin“ der EKD, Margot Käßmann, hingewiesen. Denn den verhängnisvollen Antijudaismus dieser Schrift habe der Protestantismus erst nach 1945 verlassen.





